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30 Nov 2017

Verkehrsverstöße als Tourist in Deutschland: Das sind die Konsequenzen

Verkehrsverstöße als Tourist in Deutschland: Das sind die KonsequenzenWer mit einem Schengen-Visum nach Deutschland einreist, hat mit diesem Visum die Möglichkeit alle 26 Staaten des Schengen-Raums zu besuchen und die Länder und ihre Kulturen kennenzulernen.

Grundsätzlich gilt, dass sich Touristen im Schengen-Raum beziehungsweise in Deutschland an dieselben Regeln zu halten haben wie Einheimische. Ein Aspekt, der für Ausländer gerade in Deutschland häufig ein Knackpunkt ist, ist das Autofahren in Deutschland. Schließlich ist Deutschland eines der ganz wenigen Länder auf der Welt, in denen es kein Tempolimit auf Autobahnen gibt. Wer dann aus einem anderen Land zu Besuch ist und sich auf Deutschlands Straßen versucht, wird leicht übermütig und drückt das Gaspedal des Mietwagens schnell mal zu tief herunter.

Dabei machen Blitzer und Polizeikontrollen auch vor Touristen nicht halt. Wer als Ausländer in Deutschland geblitzt wird, muss in der Regel damit rechnen einen Bußgeldbescheid von der Behörde zu erhalten. Dafür werden die Fahrzeughalter über die Mietwagenfirma ermittelt, an die dann der Bußgeldbescheid geht- so zumindest die Theorie. Es muss in jedem Fall ganz klar festgestellt werden, wer genau die Ordnungswidrigkeit begangen hat, andernfalls kann kein Bußgeld verhängt werden.

Viele Verkehrsdelikte von Touristen werden nicht geahndet

Bei Fahrzeugen mit ausländischem Kennzeichnen ist es für die Behörden in Deutschland oft schwierig, den Fahrer des Fahrzeugs herauszufinden, wodurch jährlich über 2 Millionen Geschwindigkeitsübertretungen nicht geahndet werden. Die Ermittlung der Person, die den Verkehrsverstoß begangen hat, ist zu aufwändig und steht meist nicht in Relation zur Geldforderung. Wer als Tourist mit einem Schengen-Visum direkt von der Polizei aus dem Verkehr gezogen wird, sollte seinen Reisepass mit dem gültigen Visum vorzeigen können. Eine eventuelle Geldbuße wird in diesem Fall sofort fällig.

Da die meisten Vergehen aber von stationären Blitzern festgehalten werden, haben besonders Temposünder aus Ländern außerhalb der EU wenig zu befürchten. Bis ihre Strafzettel bei den Behörden auf dem Tisch liegen, haben sie das Land meist schon längst wieder verlassen und sind dann nur schwer zurückzuverfolgen.

Dennoch heißt das nicht, dass sich Touristen und Ausländer mit einem Schengen-Visum in Deutschland so verhalten können wie sie wollen und die Verkehrsregeln missachten. Schließlich trägt jeder Mensch, der ein Auto lenkt eine große Verantwortung und sollte schon alleine aus Rücksicht vor den anderen Verkehrsteilnehmern nicht zu schnell unterwegs sein. Zudem gibt es immer mal wieder Verkehrskontrollen, bei denen Polizisten Temposünder anhalten und sie direkt zur Kasse bitten. Je nachdem wie viel zu schnell jemand gefahren ist, kann das sehr schnell teuer werden.

Was gilt bei Touristen, die unter Alkoholeinfluss Autofahren?

Auch das Thema Alkohol am Steuer ist eines, über das Touristen, die mit einem Schengen-Visum einreisen, sich vorher informieren sollten. Schließlich gelten in jedem Land andere Promillegrenzen und als Gast hat man sich wie alle anderen auch an die Regeln zu halten. Andernfalls können zwar empfindliche Strafen drohen – für Ausländer, die nicht aus dem Schengen-Raum stammen, werden sie aber nicht immer durchgesetzt.

Wer mit zu viel Alkohol hinter dem Steuer erwischt wird, der muss damit rechnen ein Bußgeld zu bezahlen und den Führerschein abgeben zu müssen. Der Entzug der Fahrerlaubnis gilt dann aber nur für Deutschland und sobald der Tourist wieder in seinem Heimatland ist, kann er dort meist seinen Führerschein neu beantragen und zumindest dort ganz normal weiterfahren. Innerhalb der EU gilt diese Regelung zwar nicht und es können auch länderübergreifend Fahrverbote ausgesprochen werden, wer aber mit einem Schengen-Visum nach Deutschland kommt, ist kein EU-Bürger, weshalb diese Regelung nicht greift.

Viele Länder außerhalb des Schengen-Raums haben lockerere Verkehrsregeln als Deutschland und stellen häufig einen neuen Führerschein trotz Fehlverhalten im Ausland aus. Der Fall ist aber von Land zu Land anders und hängt von den örtlichen Behörden und Gesetzen ab, über die sich Betroffene im Ernstfall informieren müssen.

Deutsche müssen zur MPU, Ausländer fast nie

Medizinisch-psychologische Prüfung MPU mit Führerschein und Autoschlüssel

Deutsche, die aufgrund von hohen Alkoholwerten hinter dem Steuer oder mehreren Fahrverstößen (z.B. mehrfaches zu schnelles Fahren) Punkte in der Verkehrssünderkartei in Flensburg kassieren und dann einen gewissen Mindestwert überschreiten (die Grenze liegt bei 8 Punkten), müssen zur MPU (Medizinisch-Psychologischen-Untersuchung) antreten. Diese ist für den Betroffenen nicht nur teuer, sondern vor allem sehr stressig, weshalb es vermieden werden sollte überhaupt an diesen Punkt zu kommen.

Da Deutschland ein Transitland ist, durch das auch viele Autofahrer aus den Nachbarländern durchfahren, steht immer wieder in der Kritik, dass Verkehrssünder aus anderen Ländern meist nicht über die Grenzen hinaus verfolgt werden. Insgesamt wurden im Jahr 2015 24 % aller begangenen und registrierten Straftaten im Straßenverkehr von Ausländern begangen. In der Theorie wird Ausländern dann der Führerschein abgenommen und auch eine MPU angeordnet, zu dieser kommt es aber in der Regel nicht und der Führerschein wird im außer-europäischen Heimatland einfach wieder neu beantragt.

Ausländer mit einem Schengen-Visum, die in Deutschland nicht gemeldet sind, müssen daher nicht befürchten zur MPU zu müssen. Falls es aber dazu kommt, dass ein Tourist unter Alkoholeinfluss oder bei zu hohem Tempo einen Unfall baut, einen Sachschaden verursacht oder – schlimmer noch – Menschen verletzt oder sogar tötet, muss er mit einer Strafverfolgung rechnen, der er so schnell nicht entkommen kann.

Die Verkehrsregeln sollten daher unbedingt beachtet werden, schließlich sind sonst schnell Menschenleben in Gefahr. Auch Bußgelder werden bei Verkehrskontrollen trotzdem fällig und der Führerschein kann zumindest für den deutschen Raum eingezogen werden, sodass zumindest solange der Aufenthalt im Schengen-Raum dauert, keine gültige Fahrerlaubnis mehr vorliegt. Je nach Grund des Besuchs kann das sehr ärgerlich sein, nämlich dann wenn Touristen auf ein Auto angewiesen sind. Wer trotz entzogener Fahrerlaubnis noch fährt, macht sich strafbar wegen „Fahrens ohne Führerschein“, was einen längeren Prozess nach sich ziehen kann und unbedingt vermieden werden sollte.

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